Ausbildung neu denken – bevor es zu spät ist

Katharina Epp und Leandra Hoffmann von MYSKILLBRIDGE zeigen, wie Unternehmen den Fachkräftemangel durch eine externe Ausbildungsbegleitung lösen können

Viele Unternehmen klagen über Nachwuchsprobleme – und suchen die Lösung auf dem Fachkräftemarkt. Dabei liegt sie oft viel näher: in der eigenen Ausbildung. Katharina Epp und Leandra Hoffmann haben mit MYSKILLBRIDGE ein Beratungs-, Schulungs- und Softwareangebot entwickelt, das genau dort ansetzt. Im Podcast Founder Talks erklären die beiden Gründerinnen aus Gottmadingen bei Singen warum sie externe Hilfe anbieten.

MYSKILLBRIDGE - Katharina Epp und Leandra Hoffmann bei den Founder Talks
Katharina Epp und Leandra Hoffmann bei den Founder Talks

Der Name sagt es bereits: MYSKILLBRIDGE – die Brücke der Fähigkeiten. Gemeint ist die Brücke zwischen Unternehmen und Auszubildenden, zwischen dem, was Betriebe heute ausbilden, und dem, was junge Menschen heute brauchen, um zu bleiben. Katharina Epp, ehemalige Personalreferentin und Ausbildungsleiterin, und Leandra Hoffmann, die selbst jahrelang mit Azubis gearbeitet hat, haben diese Lücke aus eigener Berufserfahrung heraus erkannt – und entschieden, sie zu schließen.

Das Problem: Man redet über die Generation Z, aber nicht mit ihr

Die Ausgangslage ist bekannt, wird aber noch zu selten als das behandelt, was sie ist: ein strukturelles Problem. Früher bewarben sich hundert Kandidatinnen und Kandidaten auf eine Ausbildungsstelle. Heute wählen die Jugendlichen selbst aus – und sie wählen bewusst. »Sie wollen Mehrwert schaffen. Ihre Arbeit muss Sinn ergeben«, sagt Katharina Epp. Wer das als Unternehmen nicht versteht, verliert Azubis – noch während der Ausbildung oder spätestens kurz danach.

Leandra Hoffmann bringt es auf den Punkt: »Früher hat es uns auch nicht gefallen, wenn wir schlecht behandelt wurden. Aber wir hatten keine Möglichkeit zu gehen. Heutzutage haben sie die Möglichkeit.« Der Unterschied zur Vergangenheit ist nicht die Generation – es sind die Optionen, die sie hat.

»Früher hatten wir keine Möglichkeit zu gehen. Heutzutage haben die Jugendlichen diese Möglichkeit – und sie nutzen sie.«

Leandra Hoffmann

Ausbilden tut jeder – nicht nur die Ausbildungsleitung

Was viele Betriebe dabei übersehen: Die Antworten liegen oft direkt vor ihnen. »Wir reden über die Generation Z, aber nicht mit der Generation Z«, sagt Epp. Wer Azubis fragt, was gut läuft und was nicht, bekommt klare Rückmeldungen – und damit die Grundlage für echte Verbesserungen.

»Wir investieren kein Geld in die Ausbildung, lassen die Azubis gehen und holen dann teure Fachkräfte vom Markt – und erwarten, dass die besser ausgebildet sind.«

Katharina Epp über den Teufelskreis in der Ausbildung

Der Dreiklang: Beratung, Schulung, Software

MYSKILLBRIDGE arbeitet nach einem ganzheitlichen Ansatz, der drei Bausteine verzahnt – denn keiner davon funktioniert alleine.

  • Beratung: Gemeinsam mit dem Unternehmen wird analysiert, was gut läuft, was verändert werden muss und wo konkret anzusetzen ist. Die Beratung schafft Klarheit – aber kein Unternehmen alleine kann damit das nötige Umdenken in der gesamten Belegschaft bewirken.
  • Schulung: Ausbilden tut nicht nur die Ausbildungsleiterin – ausbilden tut jeder im Betrieb, der mit Azubis arbeitet. Die Schulungen von MYSKILLBRIDGE befähigen Ausbildungsbeauftragte und Mitarbeitende, ihre Rolle zu verstehen und auszufüllen. Das Umdenken muss das ganze Unternehmen erfassen, nicht nur die Führungsebene.
  • Software: Die eigene Software schafft Struktur im Ausbildungsalltag – auf Basis des offiziellen Rahmenlehrplans. Ausbilder weisen Azubis Aufgaben zu, behalten den Überblick und gewinnen Zeit zurück, die sie direkt in die Begleitung der Auszubildenden investieren können. Der erste ausgearbeitete Beruf: Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement.


Wichtig dabei: Die Software löst das Problem nicht alleine. »Wenn die Mitarbeiter nicht abgeholt sind und nicht verstehen, wofür die Software da ist, wird sie nicht genutzt – egal wie gut sie ist«, betont Epp. Make or buy ist hier keine Entweder-oder-Frage: Wer die Software eigenständig einsetzen möchte, kann das tun – wer aber wirklich etwas verändern will, profitiert von der professionellen externen Begleitung, die den Boden dafür bereitet.

»Das Wichtigste ist die Bindung an das Unternehmen – und die fängt mit der Ausbildung an.«

Leandra Hoffmann

Für wen ist das Angebot gedacht?

MYSKILLBRIDGE richtet sich bewusst an kleine und mittlere Unternehmen – also genau dort, wo der Großteil der Auszubildenden in Deutschland arbeitet und wo bislang kaum professionelle Unterstützung angeboten wird. Große Konzerne haben eigene HR-Abteilungen, eigene Ausbildungsstrukturen, eigene Budgets. Kleine Betriebe stehen oft alleine da.

Für diese Betriebe lohnt sich das Outsourcing an externe Expertinnen gleich doppelt: Sie sparen sich den Aufbau eigener Strukturen – und profitieren von erprobtem Know-how, das direkt angewendet werden kann. Wer als BAFA-geförderter Beratungsfall infrage kommt, kann zudem bis zu fünfzig Prozent der Beratungskosten erstattet bekommen – Katharina Epp ist gelistete BAFA-Beraterin.

Warum überhaupt ausbilden?

Die Frage stellen sich viele Betriebe – und die Antwort liegt auf der Hand, auch wenn sie im Tagesgeschäft leicht aus dem Blick gerät. Wer selbst ausbildet, sichert sich Fachkräfte, die von Anfang an zur Unternehmenskultur passen, die das interne Wissen kennen und die eine echte Bindung an den Betrieb entwickeln. »Die Bindung an das Unternehmen fängt mit der Ausbildung an«, sagt Leandra Hoffmann.

Hinzu kommt ein Effekt, der sich nicht in Zahlen ausdrücken lässt, aber messbar ist: Eine gute Ausbildung spricht sich herum. Unter Gleichaltrigen, in Schulen, in der Region. Wer gut ausbildet, braucht weniger ins Recruiting zu investieren – und zieht trotzdem bessere Bewerberinnen und Bewerber an.

Gründen zu zweit – Stärke und Sicherheitsnetz zugleich

Katharina Epp und Leandra Hoffmann haben ihr Unternehmen aus eigenen Mitteln aufgebaut – ohne Förderkredit, ohne externe Investoren. Alles, was bislang entstanden ist: selbst erarbeitet, selbst finanziert. Marketing, Vertrieb, Social Media, Produktentwicklung – alles in Eigenregie.

Das kostet Kraft. Und es kostet Überwindung, wenn Kontakte im Sand verlaufen und Hoffnungen sich nicht erfüllen. Was hilft: dass man zu zweit ist. »Wir können uns gegenseitig an den Tagen des Zweifelns wieder aufmuntern«, sagt Epp. Nicht immer klappt das. Aber der Blick auf konkrete Ziele – und die Bereitschaft, Zwischenlösungen zu denken, statt alles oder nichts – hält den Kurs.

Aktuell stehen die beiden kurz vor dem MVP ihrer Software und suchen Testkunden, die das System erproben und Feedback geben. Der nächste Schritt: so viele Berufsbilder wie möglich einpflegen und das Angebot skalieren.

Katharina Epp und Leandra Hoffmann haben ihr Unternehmen aus eigenen Mitteln aufgebaut – ohne Förderkredit, ohne externe Investoren. Alles, was bislang entstanden ist: selbst erarbeitet, selbst finanziert. Marketing, Vertrieb, Social Media, Produktentwicklung – alles in Eigenregie.
Das kostet Kraft. Und es kostet Überwindung, wenn Kontakte im Sand verlaufen und Hoffnungen sich nicht erfüllen. Was hilft: dass man zu zweit ist.

»Wir können uns gegenseitig an den Tagen des Zweifelns wieder aufmuntern«, sagt Epp. Nicht immer klappt das. Aber der Blick auf konkrete Ziele – und die Bereitschaft, Zwischenlösungen zu denken, statt alles oder nichts – hält den Kurs.

Aktuell stehen die beiden kurz vor dem MVP ihrer Software und suchen Testkunden, die das System erproben und Feedback geben. Der nächste Schritt: so viele Berufsbilder wie möglich einpflegen und das Angebot skalieren.

»Jeden Tag weiterzumachen – auch wenn man enttäuscht wird – und überzeugt zu bleiben: Das ist die größte Herausforderung eines Startups.«

Katharina Epp

Der erste Schritt: ein kostenloses Vorgespräch

Wer wissen möchte, wo das eigene Unternehmen in Sachen Ausbildung steht und was sich verbessern ließe, kann mit MYSKILLBRIDGE in einem kostenlosen einstündigen Vorgespräch genau das herausfinden: Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? Was ist der nächste sinnvolle Schritt – eigenständig oder mit professioneller externer Begleitung?

Alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme finden sich unter myskillbridge.de.

Das vollständige Interview mit Katharina Epp und Leandra Hoffmann ist als Episode des Podcasts Founder Talks verfügbar unter founder-talks.de.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert